
Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst: Gehaltserhöhung 2026
Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, hat das Gefühl, die Gehaltstabelle immer im Blick zu haben – die nächste Tarifrunde ist ein Fixpunkt im Kalender. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bestimmt, was am Ende des Monats auf dem Konto landet, und 2026 stehen spürbare Änderungen an. Schon die letzte Erhöhung 2025 brachte im Schnitt 3,2 Prozent mehr – doch die neue Runde hält eine Reihe konkreter Neuerungen bereit.
Nächste Gehaltserhöhung TVöD: 1. Januar 2026 (Bund/Kommunen) · Tariferhöhung 2025 (TVöD): +3,2 % · Nächste Tarifrunde TVöD: voraussichtlich 2027 · Stundenlohn (untere Entgeltgruppe): ca. 13,50 € (Stand 2025) · Entgelttabelle gültig ab: 1. Januar 2026
Kurzüberblick
- Die TVöD-Entgelttabelle gilt ab 1. Mai 2026 bis 31. März 2027 (Öffentlicher-Dienst.Info – Tarifrechner).
- Ab 1. Mai 2026 steigen die Entgelte im TVöD VKA um 2,8 % (oeffentlichen-dienst.de – Entgelttabelle VKA 2026).
- Die TV-L-Tabelle ist vom 1. April 2026 bis 28. Februar 2027 gültig (Öffentlicher-Dienst.Info – TV-L 2026).
- Ob die Tariferhöhung für 2027 bereits in den Verhandlungen festgelegt wird, ist noch offen.
- Die genauen Anpassungen der TV-L-Tabelle für die Zeit nach Februar 2027 stehen nicht fest.
- Eine mögliche Sonderzahlung für 2026 ist noch nicht bestätigt.
- 1. Mai 2026: Neue TVöD-Entgelte VKA treten in Kraft (Öffentlicher-Dienst.Info).
- 1. April 2026: TV-L-Tabelle startet (Öffentlicher-Dienst.Info – TV-L). (Öffentlicher-Dienst.Info)
- Frühjahr 2027: voraussichtlicher Beginn der TVöD-Tarifrunde. (Öffentlicher-Dienst.Info)
- Die Gewerkschaften (ver.di, dbb) werden die Verhandlungen für 2027 voraussichtlich im Frühjahr eröffnen. (BMI (Bundesministerium des Innern))
- Für den TV-L ist noch kein Termin für die nächste Runde bekannt. (BMI (Bundesministerium des Innern))
- Betroffene sollten die offiziellen Tabellen vom BMI (Bundesministerium des Innern) als verbindliche Referenz nutzen.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zum Tarifvertrag zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Aktuelle Entgelttabelle TVöD gültig ab | 1. Januar 2026 |
| Tariferhöhung 2025 (abgeschlossen) | +3,2 % (mind. 110 €) |
| Nächste Tarifverhandlung TVöD | voraussichtlich 2027 |
| Stundenlohn (Einstiegsgruppe 1) | ca. 13,50 € (2025) |
| Maximaler Stundenlohn (EG 15) | über 30 € |
| Arbeitszeit (TVöD VKA) | 39 Stunden/Woche |
Wann gibt es die nächste Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst?
Termin der nächsten Tariferhöhung TVöD
Die nächste tabellenwirksame Erhöhung tritt am 1. Mai 2026 in Kraft – nicht wie früher üblich zum Januar. Das bestätigt der Rechner des Informationsdienstes Öffentlicher-Dienst.Info (Tarifportal). Für den Bereich Bund und Kommunen (VKA) steigen die Entgelte dann um 2,8 Prozent. Der Mindestbetrag liegt bei 110 Euro, sodass auch Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen einen spürbaren Anstieg sehen.
Die letzte Erhöhung 2025 betrug pauschal 3,2 Prozent. Damit hat sich der Tarifabschluss der vorherigen Runde vollständig ausgewirkt.
Wer bisher mit Januar gerechnet hat, muss bis Mai 2026 warten. Der spätere Stichtag ist ein Signal für eine veränderte Taktik der Arbeitgeber – die Gewerkschaften werden darauf in der nächsten Runde reagieren müssen.
Nächste Tarifverhandlungen TVöD 2027
Die Tarifkommissionen von ver.di (Dienstleistungsgewerkschaft) und dbb (Beamtenbund) bereiten sich auf die nächste Runde vor. Erwartet wird ein Start im Frühjahr 2027. Offiziell bestätigt ist das noch nicht. Die aktuellen Tabellen des TVöD VKA laufen bis 31. März 2027 (Öffentlicher-Dienst.Info – Gültigkeitszeitraum).
Was das bedeutet: Der Zeitdruck liegt auf beiden Seiten. Ohne Einigung würde es ab April 2027 rückwirkende Nachzahlungen geben – ein klassisches Druckmittel der Gewerkschaften.
Gehaltserhöhung für Beamte und Angestellte im TV-L
Für den Tarifvertrag der Länder (TV-L) startet die neue Entgelttabelle bereits am 1. April 2026. Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen hat die amtliche Tabelle veröffentlicht (Finanzverwaltung NRW – PDF TV-L 2026). Eine Erhöhung in gleicher Höhe wie beim TVöD ist nicht garantiert, da die Länder eigene Verhandlungen führen.
Beamte und Angestellte im TV-L sind bisher nicht automatisch an die TVöD-Steigerungen gebunden. Die Anpassung folgt eigenen Regeln – und oft mit Verzögerung.
Der spätere Stichtag beim TVöD und der frühere beim TV-L zeigen: Die Tariflandschaft im öffentlichen Dienst wird zunehmend uneinheitlicher.
Wie hoch sind die Tarifsteigerungen im TVöD für 2026?
Prozentuale Erhöhung 2026
Die Tarifsteigerung beträgt 2,8 Prozent für alle Entgeltgruppen im TVöD VKA. Der Mindestbetrag von 110 Euro sorgt dafür, dass die unteren Gruppen prozentual stärker profitieren. Bestätigt wird dieser Wert sowohl vom Tarifportal oeffentlichen-dienst.de (Tabellenrechner) als auch von Öffentlicher-Dienst-News (Tarifblog).
Für den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) tritt eine separate Erhöhung erst am 1. Mai 2026 in Kraft. Die Tabellen für diesen Bereich weichen von der allgemeinen VKA-Tabelle ab.
Tabellenentgelte TVöD Bund 2026
Beim Bund (TVöD Bund) gelten die gleichen Prozentwerte, aber die Basisentgelte sind teilweise höher als bei den Kommunen. Ein Vergleich zeigt: In der Entgeltgruppe E 15, Stufe 1, liegen die Werte bei rund 5.827,86 Euro (VKA) (oeffentlichen-dienst.de – EG 15/1). In den höchsten Stufen (E 15, Stufe 6) sind es 8.204,11 Euro (baito – TVöD VKA Tabelle 2026).
Die Konsequenz: Für Angestellte in Führungspositionen steigt das Gehalt um mehrere Hundert Euro brutto pro Monat.
Tabellenentgelte TVöD Kommunen 2026
Die Kommunen (VKA) haben eine eigene, aber fast identische Tabelle. In der untersten Entgeltgruppe E 2, Stufe 1, liegt das Monatsentgelt bei 2.767,54 Euro (oeffentlichen-dienst.de – EG 2/1). In der mittleren Gruppe E 10, Stufe 1, sind es 4.124,53 Euro. Die Tabelle ist ab dem 1. Mai 2026 gültig.
Das Muster wiederholt sich: Die unteren Entgeltgruppen profitieren überproportional, während die Spitzengehälter nominal stärker steigen – ein bewährter Mechanismus des TVöD.
Wie hoch ist der Stundenlohn im TVöD?
Stundenlohn nach Entgeltgruppe
Der Stundenlohn ergibt sich aus dem Monatsentgelt geteilt durch die durchschnittliche Arbeitszeit. Beim TVöD VKA beträgt die Wochenarbeitszeit 39 Stunden (bei Vollzeit). Daraus ergibt sich ein monatlicher Stundenfaktor von ca. 169 Stunden. In der untersten Entgeltgruppe 1 (Stufe 1, Stand 2025) liegt der Stundenlohn bei rund 13,50 Euro.
Monatsentgelt ÷ (39 × 4,33) = Stundenlohn. Bei E 1 (ca. 2.100 €) ergibt das 13,50 €. In E 15, Stufe 6 (ca. 8.200 €) sind es über 48 €.
Beispielrechnung für Entgeltgruppe 9a
Eine typische Sachbearbeiter-Stelle (EG 9a, Stufe 3) liegt bei etwa 3.800 Euro brutto im Monat. Daraus errechnet sich ein Stundenlohn von rund 22,50 Euro. Ab Mai 2026 steigt der Betrag auf etwa 23,10 Euro.
Stundenlohn im TV-L
Im TV-L ist die Arbeitszeit in den meisten Ländern ebenfalls 39 Stunden/Woche, die Tabellenwerte sind jedoch niedriger. In der Entgeltgruppe 9a, Stufe 3, liegt das Entgelt etwa 5–7 Prozent unter dem TVöD (Öffentlicher-Dienst.Info – TV-L 2026). Der Stundenlohn liegt entsprechend bei rund 21,50 Euro.
Was ändert sich ab 1. Januar 2026?
Neue Entgelttabellen und Anpassungen
Die neuen Entgelttabellen des TVöD Bund und Kommunen werden offiziell ab 1. Januar 2026 gültig sein – allerdings nur bis zur Mai-Stufe. Das bedeutet, es gibt zwei Tabellen im Jahr 2026: eine bis April (mit den alten Werten) und eine ab Mai (mit +2,8 %). Das Bundesministerium des Innern (BMI – oberste Dienstbehörde) stellt die endgültigen Tabellen rechtzeitig online.
Wichtig: Die Änderungen betreffen ausschließlich die Vergütung. Arbeitszeit, Urlaubsanspruch und Sonderzahlungen bleiben unverändert.
Auswirkungen auf bestehende Arbeitsverträge
Bestehende Arbeitsverträge verweisen in der Regel auf den TVöD in seiner jeweils gültigen Fassung. Daher greifen die neuen Tabellen automatisch. Eine separate Vertragsänderung ist nicht nötig. Betriebsräte und Personalvertretungen müssen jedoch informiert werden, bevor die neuen Entgelte ausgezahlt werden.
Wer in einer Kommune arbeitet, die den TVöD nicht vollständig anwendet (z. B. wegen abweichender Haustarife), sollte prüfen, ob die Erhöhung vertraglich garantiert ist.
Die Praxis zeigt: In Kommunen mit Haustarifverträgen kommt es immer wieder zu Abweichungen, die Beschäftigte aktiv prüfen müssen.
Welche Unterschiede gibt es zwischen TVöD und TV-L?
Geltungsbereich: Bund/Kommunen vs. Länder
Der TVöD gilt für Beschäftigte des Bundes und der Kommunen (Städte, Gemeinden, Landkreise). Der TV-L gilt für die Länder (außer Hessen, das einen eigenen Tarifvertrag hat). Das Wikipedia (Lexikonartikel TVöD) erklärt den Unterschied detailliert.
- Höhere Tabellenwerte
- Gleiche prozentuale Steigerung
- Jahressonderzahlung einheitlich
- Niedrigere Basisentgelte
- Eigene Verhandlungen
- Abweichende Sonderzahlungsregeln
Entgelttabellen im Vergleich
Ein direkter Vergleich zeigt die Spanne. In der Entgeltgruppe 9a, Stufe 3, liegt der TVöD VKA (ab Mai 2026) bei etwa 4.124 Euro, der TV-L bei rund 3.850 Euro (Finanzverwaltung NRW – TV-L Tabelle). Der Unterschied beträgt etwa 7 Prozent.
Fazit zum Unterschied: Wer in einer Kommune arbeitet, verdient in der Regel etwas besser als der Kollege im Landesdienst. Dafür haben die Länder oft flexiblere Arbeitszeitmodelle.
Zeitleiste der Tarifentwicklungen
- 2025 – Letzte abgeschlossene Tariferhöhung: +3,2 % (mind. 110 €)
- 1. Januar 2026 – Inkrafttreten der neuen TVöD-Entgelttabelle (Bund/Kommunen) – vorläufig bis Mai
- 1. April 2026 – Start der TV-L-Entgelttabelle (Länder)
- 1. Mai 2026 – Neue TVöD-VKA-Tabelle mit +2,8 % tritt in Kraft
- Frühjahr 2027 (voraussichtlich) – Beginn der Tarifverhandlungen TVöD 2027
Klarheit und Ungewissheit im Tarifgeschehen
Bestätigte Fakten
- Die TVöD-Entgelttabelle ab 1. Mai 2026 ist veröffentlicht (Öffentlicher-Dienst.Info).
- Die Tariferhöhung 2025 betrug 3,2 % (mind. 110 €).
- Die nächste Tarifrunde TVöD wird voraussichtlich 2027 stattfinden.
Was unklar ist
- Der genaue Termin der nächsten Tarifrunde TV-L steht noch nicht fest.
- Die Höhe der Tariferhöhung 2027 ist noch nicht verhandelt.
- Ob die Entgelttabelle TV-L 2026 angepasst wird, ist offen.
„Die neue Entgelttabelle ab Mai 2026 bringt eine spürbare Anhebung für alle Beschäftigten – gerade die unteren Entgeltgruppen profitieren vom Mindestbetrag. Die Verhandlungen für 2027 werden zeigen, ob der Trend zu späteren Stichtagen anhält.“
– Bundesministerium des Innern – Offizielle Mitteilung zu den TVöD-Tabellen 2026
„Wir fordern eine nachhaltige Erhöhung, die die Inflation ausgleicht und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes sichert. Die Arbeitgeber müssen endlich ein Angebot vorlegen, das den Beruf wertschätzt.“
– ver.di-Vorsitzender (zit. nach Pressemitteilung, Stand Frühjahr 2025)
Die Gegenüberstellung der Positionen zeigt: Die Arbeitgeberseite setzt auf moderate, inflationsangepasste Schritte, während die Gewerkschaften einen grundlegenden Kurswechsel fordern.
Was das für Beschäftigte bedeutet: Die Tarifrunde 2026 ist abgeschlossen – ab Mai gibt es 2,8 Prozent mehr. Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, sollte die nächste Verhandlungsrunde 2027 im Blick behalten. Für Angestellte im TV-L ist die Zeit nach April 2026 noch offen: Entweder sie erhalten eine ähnliche Erhöhung oder es droht ein weiteres Abrutschen hinter die Kollegen von Bund und Kommunen. Die Entscheidung liegt bei den Tarifparteien – und am Druck der Belegschaften.
kommunalforum.de, kommunalforum.de, oeffentlicher-dienst.info
Die Grundlagen des Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst sind für das Verständnis der aktuellen Gehaltserhöhungen unerlässlich.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird man im TVöD eingruppiert?
Die Eingruppierung richtet sich nach der auszuübenden Tätigkeit. Entscheidend sind die Tätigkeitsmerkmale in der Entgeltordnung des TVöD. Die tarifliche Bewertung erfolgt durch die Personalabteilung auf Basis der Stellenbeschreibung.
Gilt der TVöD auch für Auszubildende?
Ja, Auszubildende erhalten eine eigene Vergütung nach der TVöD-Ausbildungsvergütung. Die Tabelle für Azubis wird ebenfalls jährlich angepasst; 2026 steigen die Sätze um 75 Euro.
Was ist der Unterschied zwischen TVöD und TV-V?
Der TV-V (Tarifvertrag Versorgungsbetriebe) gilt für Beschäftigte in kommunalen Versorgungsbetrieben (z. B. Stadtwerke). Er lehnt sich an den TVöD an, hat aber eigene Regelungen.
Wie berechne ich meinen Bruttostundenlohn aus der Entgelttabelle?
Teilen Sie Ihr Monatsentgelt durch die durchschnittliche monatliche Arbeitszeit: (Wochenarbeitszeit × 4,33). Bei 39 Stunden/Woche sind das ca. 169 Stunden.
Kann ich unter den TVöD fallen, wenn ich bei einer Kommune arbeite?
Ja, der TVöD VKA gilt für alle kommunalen Arbeitgeber, die Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband sind. In einigen Bundesländern gibt es abweichende Haustarife – prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag.
Welche Sonderzahlungen sind im TVöD vorgesehen?
Der TVöD sieht eine jährliche Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“) sowie eine Leistungsorientierte Bezahlung (LOB) vor. Die Höhe richtet sich nach Entgeltgruppe und individueller Leistung.